Nicht auszudenken, hätten sich Sergio Pininfarina und Enzo Ferrari niemals getroffen. Die italienische Automobilgeschichte jedenfalls wäre grundlegend anders verlaufen. Schließlich hat Pininfarinas Turiner Designstudio seit 1951 im Auftrag von Ferrari mehr als 200 Entwürfe zu Papier gebracht – und Dutzende Sportwagenikonen auf die Räder gestellt. Zu den Annehmlichkeiten eines Haus- und Hofdesigners gehört natürlich auch das Privileg, schneller als die meisten Stammkunden auf die neuesten Automodelle zugreifen zu können.
So wurde 1971 bereits das sechste vom Band gelaufene Exemplar des neuen Ferrari 356 GTC/4 an die Carrozzeria Pininfarina S.p.A in Turin ausgeliefert. Der schwarz lackierte GT-Sportwagen wurde zu Marketingzwecken genutzt – und bis 1973 auch von Sergio Pininfarina persönlich gefahren. Momentan steht der geschichtsträchtige und aufwändig restaurierte Ferrari bei LBI Limited in Philadelphia für 425.000 US-Dollar zum Verkauf. Kein schlechter Preis, wenn man bedenkt, dass nur 505 Stück des Reisesportlers gebaut wurden. Eine historisch wertvolleres Exemplar des Ferrari 356 GTC/4 dürfte man zudem nur schwer finden.