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09.12.2011
Lamborghini Miura on Tour: An Tagen wie diesen…


Dank mittlerweile astronomischer Preise begegnet man einem Lamborghini Miura heute weniger auf der Straße, als vielmehr auf dem Laufsteg eines Concours d’Élégance oder zum Erwerb bei einer Auktion. Doch dafür, findet unser Autor Simon Kidston, ist dieser unvergleichliche Zwölfzylinder-Supersportwagen einfach viel zu schade – ihn zu besitzen, bedeutet schließlich auch, ihn auch zu fahren. Also hat der Classic Driver Händler die Initiative ergriffen und zu einer Tour anlässlich des 45. Geburtstages des Miura eingeladen. In seinem Ursprungsland: Italien.
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Diese Jubiläumsfahrt wurde von keinem geringeren als Costantino Franchi, dem Begründer der historischen Mille Miglia, und seinem 2Fast4You-Team zusammengestellt. Als Ausgangspunkt wählten sie die unverfälschte Region der toskanischen Maremma. Drei Tage lang genossen wir einige der schönsten Straßen, die Europa zu bieten hat: die Hügel des Chianti, die dramatische Küstenlandschaft von Elba und das bei Siena gelegene malerische Val d‘Orcia. Fern der ausgetretenen Touristenpfade waren wir zu Gast in alten Herrenhäusern, in rustikalen Ristorante und berühmten Weinkellereien. Eine Etappe fügte sich an die andere, miteinander verbunden durch Ausfahrten mit einem der schönsten je gebauten Sportwagen.


Und es kommt noch besser, denn einer der Väter des Miura gab sich bei unserer Tour die Ehre: Ingegnere Paolo Stanzani, der später nicht nur den Countach schuf, sondern auch das Lamborghini-Werk mit nicht einmal dreißig Jahren sicher durch turbulente Zeiten steuerte. Zu ihm gesellte sich noch der lebhafte Tonino Lamborghini, der alle mit seinen Geschichten bestens unterhielt und lächelnd meinte: „Ich war nur der Sohn des Eigners, aber Stanzani und sein Team, die zählten wirklich.“



Highlights? Unvergesslich zum Beispiel die Mauern von Monteriggioni, einem tausend Jahre alten Bergdorf, das seit Jahrzehnten für Autos gesperrt ist und dessen alte Steine widerhallten von der Zwölfzylindermusik ehe wir uns bei Il Pozzo zum Lunch einfanden. Oder das mittelalterliche Siena, Heimat der weltberühmten Piazza del Campo und der Konditorei der rennbegeisterten Nannini-Familie, das uns mit seiner himmelwärts strebenden Architektur, den versteckten kleinen Läden der Kunsthandwerker und dem besten Gelato überhaupt begrüßte. Danach kurz mit der Fähre übergesetzt, und wir entdeckten die kleine Insel Elba, wo Napoleon im Exil schmachtete, die aber vor allem schlängelnde Landstraßen zu bieten hatte, so spannend wie die Targa Florio auf Sizilien. Und das Erlebnis, einen Miura durch enge Kurven zu pilotieren, die verheißungsvoll diese felsige Landschaft in Richtung Marciana Marina durchziehen. So muss sich ein Topskifahrer beim Slalom fühlen: Wenn Mensch und Gerät sich zu einer begeisternden Einheit verbinden. Mit dem Unterschied, dass wir von einem Soundtrack begleitet wurden, der im Sport seinesgleichen sucht.


700 Kilometer später waren sich alle beglückten Miura-Besitzer in Einem einig. Erst jetzt, auf ureigenem Terrain, hatten sie ihre Sportwagen wirklich kennen und zu würdigen gelernt. Nur ein Miura erlitt auf der Jubiläumstour eine Unpässlichkeit und einem anderen Teilnehmer wurde erlaubt, in letzter Minute mit seinem Countach periscopia (der mit dem Periskop-ähnlichen Rückspiegel) anzutreten, nachdem sich der andere als nicht fahrbereit erwies. Was lernen wir daraus? Dass diese Sportwagen immer besser werden, je häufiger man sie bewegt. Wenn schon der 45. so viel Spaß machte, wie wird dann erst der 50. Geburtstag?

Ein besonderer Dank gilt Costantino Franchi, Franco Majno und Valentina Croce (www.2fast4you.it) und ihrem engagierten Team, das uns jeden Wunsch erfüllte, Ing. Paolo Stanzani und Dott. Tonino Lamborghini, weil sie uns mit ihren Erinnerungen gut unterhalten haben, den Fotografen Francesco, Pietro und Filippo, dem Autor Massimo Delbo‘ und schließlich dem Hotel L’Andana – ein wahrhaft magischer Ort.








Text: Simon Kidston (aus dem Englischen von Alexandra Felts)

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