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Fünf Sammlerautos, die Sie diese Woche in Ihre Garage stellen sollten

Sind Sie ein bisschen erschöpft nach einer langen Woche im Büro? Dann wird diese Auswahl an fünf schwarzen und blauen Sammlerstücken Ihre Müdigkeit aus den Ärmeln schütteln. Werfen Sie einfach einen Blick auf die Marktfunde dieser Woche.

Spadas Meisterstück

Der am 26. Juli 86 Jahre alt gewordene Ercole Spada gehört zu den größten Designern des 20. Jahrhunderts. Und dieser bildhübsche hellblaue Lancia Fulvia Sport Zagato von 1966 zu seinen absoluten Meisterwerken. Dank seiner neu gezeichneten aerodynamischen Voll-Aluminium-Karosserie erreicht der auf dem Fulvia Coupé basierende Fulvia Sport eine beeindruckende Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Wir können uns jedoch vorstellen, dass jeder Besitzer dieser Italienerin es lieber langsamer angehen lässt und dabei den charismatischen Sound des 1,2 Liter großen V4 zusammen mit dem extrem ausgewogenen Handling genießen wird. 

Dieses Exemplar mit Fahrgestellnummer 1017 war der 17. gebaute Fulvia Sport und ist eines von nur 202 Exemplaren mit Aluminiumkarosserie, die mit dem 1,2-Liter-Motor bestückt wurden (ab 1968 entstanden dann nur noch Autos mit Stahlkarosserie). Diese Fulvia Sport gelangte vor sechs Jahren von Italien – wo sie in ihrer ursprünglichen Farbkombination aus Blau und Schwarz auch noch restauriert worden war – nach Japan, wo sie jetzt bei der Garage Italya zum Verkauf steht. Sie befindet sich zwar nicht in einem Concours-Zustand, aber trägt eine authentische (leichte) Patina und ist voll fahrfertig. Ein Technik-Highlight ist die auf Knopfdruck vom Innenraum aus zu öffnende Heckklappe – wie beim Alfa Romeo Junior Zagato. Und dank der salzfreien Straßen Japans  muss sich der künftige Besitzer keine Sorgen um Korrosion an allen nicht aus Aluminium bestehenden Teilen machen.

 

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Hackmesser-Elfer

Luftgekühlte 911er haben im letzten Jahrzehnt astronomische Werte erreicht, aber das bedeutet nicht, dass es nicht noch ein paar erschwingliche Exemplare gibt – wenn man halt entsprechend geduldig sucht. Dieser Porsche 911 SC aus dem Jahr 1982 („G“-Modell) ist ein solches Exemplar. Obwohl er schon gut 290.000 Kilometer auf dem Buckel hat, wurde er immer sorgfältig gepflegt und befindet sich daher in einem tadellosen Zustand. 

Fuchs-Räder sind die erste Wahl für viele Porscheliebhaber, aber wir lieben die Felgen im „Hackmesser“-Design wie an diesem Exemplar, vor allem, weil man sie heutzutage so selten sieht. Auch die restliche Ausstattung des in den Niederlanden auf einen neuen Käufer wartenden Elfer ist ziemlich perfekt. Zur hellblauen Metallic-Karosserie kommt ein zum Niederknien schönes Pascha-Interieur samt eines Dreispeichen-Rennlenkrads, was diesen edlen SC stimmig abrundet. Sein früherer Besitzer hatte ihn gekauft, um die Wartezeit bis zur Auslieferung seines 996 Turbo zu überbrücken . Und war von der Dynamik des Luftgekühlten dann so begeistert, dass er ihn als Daily Driver nutzte! Wenn Sie auch einen solchen klassischen 911er suchen, den Sie jeden Tag fahren können, wäre dies eine gute Wahl. 

 

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Säulenlose Perfektion

Okay, um ganz ehrlich zu sein: Ich besitze fast genau dieses Modell, wenn auch in Silber, also bin ich ein wenig voreingenommen. Nachdem ich jedoch Tausende von tief entspannenden Autobahnkilometern in den sesselartigen Sitzen meines E320 Coupés zurückgelegt habe, kann ich Ihnen versichern, dass es nur sehr wenige Autos gibt, in denen man lange Strecken so mühelos zurücklegen kann wie in diesem Kilometerfresser aus den 1990er-Jahren. Und da die AMG-Typen dieser Ära stratosphärische Preise erreichen, stellt diese bei HK Engineering stehende seltene Exclusive/Sportline-Variante des C124 das Nächstbeste dar – für einen Bruchteil des Geldes.

Dieses Mercedes E320 Coupé aus dem Jahr 1995 glänzt in einer sehr schönen Kombination aus dunkelblauer Metallic-Lackierung und grauer Leder Innenausstattung und steht auf den seltenen 18-Zoll-AMG-Felgen. Das Modell wurde neu nach Zürich geliefert und hatte danach noch drei weitere Besitzer. Die Sonderausstattung des gut 250.000 Kilometer gelaufenen Modells umfasst neben dem begehrten elektrischen Schiebedach vier elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, elektrische Sitzverstellung, Sitzheizung, ein elektrisches Heckrollo und ein Becker-Radio mit Bluetooth. Das Getriebe wurde vor 10.000 Kilometern überholt, vor 2000 Kilometern gab es neue Bremsen. Gut zu wissen auch: Das Auto ist komplett hohlraumversiegelt und wurde durchgängig scheckheftgepflegt. Wenn Sie also einen kugelsicheren Daily aus der Hochphase der Mercedes „Over-Engineering“-Ära suchen, sollten Sie diesen von Bruno Sacco entworfenen Cruiser ausprobieren.

 

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Coole Katze

Sinnlich rundes (oder ovales) Design wie bei diesem Jaguar XKR aus dem Jahr 1998 hätte kaum konsequenter ausfallen können. Die Optik ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber in Zeiten, in denen moderne Sportwagen immer kantiger und aggressiver werden, wirkt die kieselglatte Oberfläche dieses großen Coupés wie ein frischer Luftzug. Und wenn Ihnen das Aussehen dieser in Barcelona stehenden und bis heute von nur zwei Besitzern gefahrenen Raubkatze nicht gefällt, dann zumindest das Kreischen des per Eaton-Kompressor aufgeladenen und 4,2-Liter-V8.

Dieser XKR ist so attraktiv wie nur denkbar, mit einer sehr seltenen Kombination aus perlblauer Antigua-Lackierung und einem Leder-Interieur in Oatmeal („Hafermehl/-brei“), das beeindruckend frisch aussieht, was wohl auch am geringen Kilometerstand von nur 71.000 Kilometern liegt. Manche Fahrer mögen über die ZF-5-Gang-Automatik die Nase rümpfen, aber dieser 363 PS starke 2+2-Jaguar ist eher ein Grand Tourer alter Schule als ein reiner Sportwagen – und sollte mit einem Arm auf der Türbrüstung und einem schweren rechten Fuß genossen werden.

 

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Schwarzer Bomber

Wir beenden diese Woche mit einem Paukenschlag: Exakt gesagt mit einem der besten BMW M Autos des 21. Jahrhunderts – dem muskelbepackten 1 M Coupé. Das in gut einem Produktionsjahr nur 6331 Mal gebaute Modell war nur in Schwarz, Weiß oder einem eher unappetitlichen Farbton in Brandorange erhältlich und sieht dafür, weil in Schwarz, umso besser aus. Zugegeben, das 1 M Coupé wirkt ein bisschen wie ein Teilesammler-Spezial, bei dem Komponenten größerer BMW der damaligen Zeit zusammengewürfelt wurden, anstatt gleich einen kompletten Sportwagen zu bauen. Doch all jene, die diese Westentaschenraketen und potenziellen Youngtimer-Klassiker gefahren haben, sind sich einig: Das 1 M Coupé hat alle Zutaten, die in den besten M Fahrzeugen aller Zeiten zu finden sind.

Dieses ursprünglich nach Schweden gelieferte 340-PS-Coupé hat derzeit nur 51.200 Kilometer auf der Uhr und befindet sich in einem lupenreinen Zustand. Nach dem Verkauf an den heutigen (deutschen) Besitzer im Juli 2020 wurde der von C.O.G. Classics in Düsseldorf offerierte und zuvor leistungsgesteigerte Über-1er auf die Standardspezifikation zurückgerüstet. Im Verkaufspreis inkludiert sind zwei Kisten mit Zubehörteilen, darunter ein Akrapovic-Auspuff, den wir unbedingt nachrüsten würden. Diese 1 M Coupés sind bei Sammlern und Journalisten gleichermaßen beliebt, ihre Preise sind in den letzten Jahren regelrecht durch die Decke geschossen. Uns würde es absolut nicht wundern, wenn sie künftig weiter im Wert steigen würden. Also greifen Sie schnell zu!

 

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